- In Indien
- Sri Chinmoys Geburt
- Die Zukunft hat begonnen
- Der Traum von Chinmoys Bruders Chitta
- Der Wissensdurst des kleinen Chinmoy
- Wie aus Madal Chinmoy wurde
- Rad oder nicht Rad
- Entdeckte Talente
- Im Auge des Löwen
- Schwere Zeit für Chinmoy
- Traumvisionen
- Im Sri Aurobindo Ashram
- Chinmoy und das Buch des Lebens
- Chinmoys Talente
- Ravi Shankar und Indiens Unabhängigkeit
- Sri Aurobindos Tod
- Ashramleben
- Privatsekretär und Leichtathlet
- Spezialerlaubnis
- Prophezeiung
- Im Westen
- Aktivitäten
Sri Chinmoys Liebe für Woodstock
Sri Chinmoys Ansprache an die Wände
Ida Patterson hatte Sri Chinmoy bereits im Ashram in Pondicherry kennengelernt. Im Dezember 1965 lud sie ihn deshalb nach Minneapolis ein, um dort Vorträge zu geben. Sri Chinmoy kam diesem Ansinnen gerne nach und verbrachte eine Woche in Ida Pattersons Apartment. Ida Patterson bereitete auch den ersten Vortrag Sri Chinmoys vor und versprach ihm, dass sehr viele interessierte Zuhörer kommen würden.
Es war ein Vortrag zum Thema Wiedergeburt. Doch zu der auf dem Plakat anberaumten Zeit war niemand anwesend. Was nun? Sri Chinmoy erinnerte sich an den großen Meister Sri Ramakrishna dessen Schüler Swami Brahmananda einmal ein ähnliches Schicksal zuteil geworden war. Dieser hatte gesagt, dass die Wände voller Aufnahmefähigkeit gewesen seien. Davon ermutigt, begann Sri Chinmoy seinen Vortrag vor einem vollkommen menschenleeren Raum zu geben. Gleichzeitig saß die Organisatorin Ida Patterson im Eingangsbereich und hoffte, dass sich doch noch jemand einfinden würde. Aber niemand kam.
Doch glücklicherweise waren beim zweiten Vortrag Sri Chinmoys einige Zuhörer anwesend. Beim dritten Vortrag waren es sogar bereits eine ganze Menge, hauptsächlich Studenten. So wurde die Reise nach Minneapolis dann letztlich doch noch zu einem Erfolg. Sri Chinmoy war auch von der Stadt sehr angetan, in der in späteren Jahren einmal sein drittes Meditationszentrum entstehen sollte.
Ida Patterson war die erste Person, die eine große Tiefe in Sri Chinmoys Augen entdeckt hatte. Dies war bereits 1962, als dieser noch im Sri Aurobindo Ashram in Pondicherry lebte. Eines Tages wollte Ida Patterson Sri Chinmoys Vorgesetztem, dem Ashramleiter und Schriftsteller Nolini Kanta Gupta, einen Besuch abstatten. Doch Sri Chinmoy wies sie darauf hin, dass dieser momentan nicht zu sprechen sei. Später erzählte Ida Patterson Nolini Kanta Gupta, dass sie außergewöhnliche Dinge in Sri Chinmoys Augen gesehen habe. Sie war von diesen Augen sogar vollkommen überwältigt. Als Nolini Sri Chinmoy diese Geschichte erzählte, erwiderte dieser: "Ida Patterson? Ich weiß nicht, wer dies ist." Doch danach wurden sie beide Freunde. Jahre später erzählte Sri Chinmoy diese Anekdote und ergänzte: "Und ich bewahre sie noch immer stolz in meiner Erinnerung!"
Sri Chinmoys Liebe für Woodstock
Woodstock übte auf Sri Chinmoy vom ersten Tag an eine magische Anziehungskraft auf. Noch bevor dieser Ort durch sein legendäres Musikfestival weltberühmt wurde, besuchte Sri Chinmoy Woodstock regelmäßig, um dort in aller Ruhe zu meditieren. Sehr oft setzte er sich Freitags nach Dienstschluss einfach in einen der Linienbusse, die Richtung Woodstock fuhren. Sogar im Winter, wenn es schneite, blieb sich Sri Chinmoy treu. Oft war es sogar bereits dunkel. Es gab kein Laternenlicht, so dass nicht einmal die Hand vor den Augen zu erkennen war. Am nächsten Morgen, suchte Sri Chinmoy dann regelmäßig einen bestimmten Hügel auf, um auf dessen höchsten Punkt zu meditieren. Es handelte sich dabei um eine trockene Stelle, die von vielen Bäumen auf natürliche Weise geschützt war. Diese Meditationsstelle schenkte dem jungen Sri Chinmoy große Freude. Nach seinen Morgenmeditationen gesellte sich oft seine Bekannte Ida Patterson hinzu, die ihm eine Vielzahl von Fragen stellte. Wenn alle diese Fragen und Antworten aufgezeichnet worden wären, hätten sie wohl etwa 20 Bücher gefüllt. "Aber glücklicherweise oder unglücklicherweise", so Sri Chinmoy später, "war sie keine Stenografin."
Das außerordentliche mystische Erlebnis
In Woodstock hatte Sri Chinmoy auch ein einzigartiges mystisches Erlebnis. Es war Ende 1964, der Abschluss seines ersten Jahres in Amerika, wohl nahe Silvester und Neujahr. Sri Chinmoy meditierte auf seinem Hügel, der auch Cherry Hill genannt wurde. Plötzlich sah er, mit seinen bloßen Augen, etwas strahlend Goldenes. Er blickte dieses leuchtend glänzende Wesen voller Hingabe an. Dieses goldene Wesen war nichts Geringeres, als das höchste Göttliche selbst. Dieses höchste Göttliche erschien Sri Chinmoy als das so genannte Goldene Purusha, wie es in den ältesten indischen Schriften, den Veden, genauer beschrieben wird. Das höchste Göttliche oder der Supreme, wie es Sri Chinmoy selbst nannte, lief neben Sri Chinmoy her und hielt eine goldene Wand, eine magische Wand, in den Händen. Sri Chinmoy wurde überflutet von Licht und Wonne. Dieses goldene Wesen war wunderschön. "Solche Erfahrungen", so Sri Chinmoy, "können niemals, niemals vergessen werden."
