- In Indien
- Sri Chinmoys Geburt
- Die Zukunft hat begonnen
- Der Traum von Chinmoys Bruders Chitta
- Der Wissensdurst des kleinen Chinmoy
- Wie aus Madal Chinmoy wurde
- Rad oder nicht Rad
- Entdeckte Talente
- Im Auge des Löwen
- Schwere Zeit für Chinmoy
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- Im Sri Aurobindo Ashram
- Chinmoy und das Buch des Lebens
- Chinmoys Talente
- Ravi Shankar und Indiens Unabhängigkeit
- Sri Aurobindos Tod
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Sri Chinmoys erster Vortrag
Sri Chinmoy hatte mehrere gute Freunde auf dem Konsulat. Einer davon war Ananda Mohan. Er arbeitete an der Information. Ananda Mohan und Chinmoy redeten gerne über Philosophie und Religion. Eines Tages kam die Einladung einer jüdischen Synagoge, die einen Redner zum Thema Hinduismus suchte. Ananda Mohan, ein hervorragender Kenner dieser Materie, bekam den Auftrag von seinem direkten Vorgesetzten Herrn Nirmaljit Singh diesem Anliegen der jüdischen Gemeinde nachzukommen.
Doch irgendwie kam die Sache dem Chef des Konsulats S.K. Roy zu Ohren, der statt dessen Chinmoy damit beauftragte, diesen Vortrag anstelle Ananda Mohans zu geben. Wie konnte er wissen, dass auch Chinmoy ein tiefes Wissen über dieses Thema hatte? Zumindest hatte der junge Chinmoy noch nie diesbezüglich auf sich aufmerksam gemacht.
So kam es also, dass Chinmoy seinen ersten Vortrag hielt, dem er den Titel "Hinduismus, die Reise der indischen Seele" gab. Nach dem Vortrag bedankten sich die Zuständigen der jüdischen Gemeinde in einem Brief und ließen dem jungen Redner einen Scheck über 100 Dollar zukommen.
Und auch Chinmoys Freund, Ananda Mohan, hegte keineswegs einen Groll auf Chinmoy. Er war eher im Gegenteil über dessen tiefes philosophisches und literarisches Wissen erfreut. Und wohl auch darüber, dadurch ein bisschen mehr von seiner eh schon knapp bemessenen Freizeit in Anspruch nehmen zu können.
Und so wurde aus dem stillen und zurückhaltenden Angestellten der Visa- und Passabteilung fast unmerklich ein spiritueller Lehrer. Der Grundstein hierfür jedenfalls war nun gelegt.
Sri Chinmoy beginnt seiner spirituelle Arbeit
Langsam aber stetig begann der junge Chinmoy, seine tiefen spirituellen Weisheiten und Einsichten durch Vorträge, Schriften und Musik zu verbreiten. Seinen ersten selbst initiierten Vortrag gab er diesbezüglich am 4. Oktober 1965 in der Hicksville High School in New York. Genau an dem Tag übrigens, als der damalige Papst Paul VI seinen viel beachteten Vortrag an den Vereinten Nationen hielt. Organisiert wurde Chinmoys Vortrag von Krishnan Danda, einem engen Freund von Herrn Ramamoorthy, der mit Chinmoy zusammen im selben Großraumbüro auf dem Indischen Konsulat arbeitete. Dazu Herr Ramamoorthy selbst:
"Im Konsulat war Chinmoy sehr, sehr schüchtern und zurückgezogen. Man könnte sagen, er war in einer anderen Welt. Normalerweise begann er nicht selbst ein Gespräch. Wenn andere jedoch auf ihn zugingen, beteiligte er sich an der Konversation. Ansonsten blieb er allein mit sich selbst. Hin und wieder sprach ich ihn an und später wurden wir sehr enge Freunde."
Herr Ramamorthy war es auch, der kurz zuvor, im September 1965, die erste Ausgabe von Chinmoys spirituellem Magazin "Aum" dem damaligen indischen Präsidenten Dr. Radhakrishnan geschickt hatte. Dieses Magazin, welches an Chinmoys 34. Geburtstag, dem 27. August 1965, zum ersten Mal erschienen war und von ihm selbst aufgelegt wurde, enthielt einen Großteil seines bisherigen Schaffens. Dieses Schaffen war äußerst facettenreich. So enthielt es nicht nur spirituelle Gedichte und Geschichten, sondern auch Essays und Lieder, um nur einige der wichtigsten Bestandteile zu nennen. Man könnte sagen, dass es die Quintessenz von Sri Chinmoys bisherigem Schaffen, wie er schon bald genannt wurde, beinhaltete.
Zumindest war der indische Präsident Dr. Radhakrishnan von Sri Chinmoys neuem spirituellen Magazin derart angetan, dass er es sich nicht nehmen ließ, ein paar lobende Zeilen in einem Antwortschreiben dem aufstrebenden Autor zu übermitteln. Ein Umstand, dem Sri Chinmoy selbst wohl sicherlich große Bedeutung beigemessen haben wird.
Erste musikalische Darbietung
Sri Chinmoy war ein außergewöhnlicher Dichter und Schreiber, aber er war auch ein höchst talentierter Musiker und Komponist. Seine erste Möglichkeit, diese Kunst vorzutragen, ergab sich im Juni 1965. Die Asiatische Gesellschaft in New York war auf der Suche nach jemandem, der drei bengalische Gedichte vertonen und musikalisch vortragen konnte. Im Indischen Konsulat fiel die Wahl auf Sri Chinmoy, dem dieser Umstand jedoch erst eine Woche im voraus mitgeteilt wurde! Die kleine musikalische Darbietung sollte im Guggenheim-Museum stattfinden. Und Sri Chinmoy bereitete sich, trotz des knappen Zeitrahmens, intensiv und gewissenhaft darauf vor.
Am Tag der Aufführung war er bereits eine Stunde vor der vereinbarten Zeit am Museumsgelände. Und hier hatte er eine ganz bedeutende, mystische Erfahrung. Das Straßenlicht vor dem Museumsgebäude beobachtend, sah Sri Chinmoy auf einmal eine tanzende Gestalt. Es handelte sich dabei um niemand Geringeres, als den großen spirituellen Meister Sri Krishna. Dazu Sri Chinmoy: "Es war keine Halluzination meines Verstandes. Sri Krishna tanzte vor mir, weil alle Lieder des Abends Krishna und Radha gewidmet waren."
