Sri Chinmoy in Puerto Rico

Das flüchtige Lächeln

Im Laufe der Zeit entwickelten viele Menschen ein enges Verhältnis zu dem immer noch jungen Sri Chinmoy. Einige von ihnen nahmen ihn sogar als ihren persönlichen spirituellen Lehrer an. Und das obwohl Sri Chinmoy nach wie vor ein ganz einfaches und bescheidenes Leben am Indischen Konsulat in New York führte. Doch diese Menschen sahen in dem jungen Bengalen eine große Tiefe und Weite und wollten deshalb seinen inneren und äußeren Anweisungen folgen. So auch eine seine Vermieterinnen.
Zu diesem Zeitpunkt wohnte Sri Chinmoy gerade in der 84. Straße in Manhattan. Eines Tages bat ihn diese Vermieterin um ein kurzes Gespräch für einen Freund. Dieser hatte einige spirituelle Fragen und wollte sie von dem jungen Meditationslehrer gerne beantwortet haben. Doch Sri Chinmoy war an diesem Morgen bereits sehr in Eile und bat deshalb, das Gespräch doch in die Abendstunden zu verlegen. Er kam in großer Hast die Treppe des 4. Stockes herunter gerannt. Als er an der Wohnung seiner Vermieterin vorbei kam, stand sie zusammen mit besagtem Freund gerade vor ihrer Eingangstür. Aber Sri Chinmoy durfte an diesem Morgen keine Zeit mehr verlieren. Der Höflichkeit wegen hielt er jedoch für einige Sekunden an und lächelte dem Freund seiner Vermieterin kurz zu, bevor er seinen Weg eiligst fortsetzte.

Am Abend, als Sri Chinmoy wieder vom Konsulat nach Hause kam, wollte er sein Versprechen vom Morgen einlösen. Daher erkundigte er sich bei seiner Vermieterin, ob ihr Freund noch auf ihn warten würde. Diese erwiderte, zu Sri Chinmoys Erstaunen: "Nein, dein Lächeln war bereits ausreichend. Sein Problem ist gelöst. Er hinterließ dir zehn Dollar."
Sri Chinmoys Lächeln hatte alle Schwierigkeiten des Mannes, den er noch niemals zuvor gesehen hatte, einfach hinweg gewischt!

Sri Chinmoy in Puerto Rico

Anfang oder Mitte 1966 besuchte Sri Chinmoy zum ersten Mal den sonnigen Inselstaat Puerto Rico. Schon bald war er von der Ursprünglichkeit und Freundlichkeit der Menschen, sowie auch der reinen Atmosphäre des kleinen Landes angetan.Und so bildete sich bereits kurz darauf eine kleine Gruppe von Interessierten heran, die dem neuartigen und integralen Meditationsweg des jungen spirituellen Lehrers folgen wollte. Daraus resultierend wurde am 22. Juli 1966 das Aum-Centre, das weltweit erste Sri-Chinmoy-Meditationszentrum eingeweiht. Noch bevor am 12. August 1966 das zweite Zentrum in New York City folgen sollte.

Aber auch die Öffentlichkeit des kleinen Inselstaates nahm am spirituellen Wirken Sri Chinmoys regen Anteil. So erschienen ab dem 30. Juli 1966 seine Schriften in der Zeitung "El Mundo". Und bereits ein Jahr später, am 20. Juli 1967, war Sri Chinmoy zum ersten Mal im dortigen Fernsehen zu sehen und gab kurz darauf, am 1. August 1967, sein erstes Radio-Interview überhaupt.
Finanziell war es für Sri Chinmoy nicht einfach, die teuren Flüge und viele andere Dinge zu bewerkstelligen. Denn er arbeitete nach wie vor am Indischen Konsulat und hatte daher nur ein sehr geringes Einkommen. Doch durch Spenden vonseiten seiner neuen Schüler und der großzügigen Unterstützung von Freunden und Gönnern, wurde es ihm ermöglicht, diesen überaus wertvollen Dienst an den aufstrebenden Menschen des immer freundlichen und sonnigen Landes Puerto Rico zu leisten.

Sri Chinmoys Zeit am Indischen Konsulat neigt sich dem Ende entgegen

Im Juni des Jahres 1964 hatte Sri Chinmoy seine Arbeit am Indischen Konsulat in Manhattan begonnen. Dadurch wurde es ihm ermöglicht, für den Zeitraum seiner Beschäftigung in den Vereinigten Staaten von Amerika zu verweilen. Wollte er länger bleiben, das heißt über sein Arbeitsverhältnis hinaus, musste er sich im Besitz der so genannten Greencard befinden. Diese Greencard ermöglichte es dem Besitzer, sich für unbegrenzte Zeit in den USA aufzuhalten. Und das Konsulat wollte und musste Sri Chinmoy unbedingt verlassen, um sich von nun an vollkommen auf seine spirituelle Arbeit konzentrieren zu können.
Und diese Arbeit nahm immer größere Ausmaße an. So war, unter anderem, die Herausgabe des spirituellen Magazins Aum, das Halten von Vorträgen und das Eröffnen von spirituellen Zentren nur ein Teil des facettenreichen Wirkens des jungen Sri Chinmoy. Aber er hatte Glück! Durch Freunde kam er im Juni 1967 zu der begehrten Greencard. Somit konnte er sich von nun an vollkommen auf seine spirituelle Arbeit konzentrieren.