Die große Persönlichkeit aus Indien

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Eines schönen Tages wollte Surendra Mohan Ghosh, ein bedeutender indischer Politiker, dem Konsulat in New York einen Besuch abstatten. Und genau dies war auch das Problem. Denn wer im Konsulat konnte ihm mit dem notwendigen Charisma entgegen treten? Ihm, dem hochrangig dekorierten Politiker, der normalerweise ganz anderen Institutionen Besuche abstattete. Und oftmals kam es auch zu Beschwerden, wenn ähnlich bedeutende Regierungsbeamte nicht mit dem notwendigen Respekt bedacht wurden.

Ähnliches muss wohl S.K. Roy durch den Kopf gegangen sein, denn obwohl er oberster Chef des Konsulats war, sah er sich selbst als eher ungeeignet an, den bedeutenden Gast zu empfangen. Doch glücklicherweise schien es einen Ausweg aus dieser Misere zu geben. Und dieser Ausweg trat in der Person des Angestellten Chinmoy vor seine verwunderten Augen.
Dazu ist zu sagen, dass es weniger die Stellung Sri Chinmoys am Konsulat war, die diese Lösung ermöglichte, sondern seiner Vergangenheit im Sri Aurobindo Ashram von Pondicherry geschuldet war. Denn dort hatte er diesen bedeutenden Politiker, Surendra Mohan Ghosh, der sich jetzt anschickte dem Konsulat einen Besuch abzustatten, persönlich kennengelernt. Und nicht nur dies! Herr Ghosh hatte ihm sogar geholfen, einen Reisepass zu bekommen und war zudem ein enger Freund Nolini Kanta Guptas, Sri Chinmoys Vorgesetztem im Ashram, der Sri Chinmoy in Anwesenheit Ghoshs als dessen besten und einzigen Kenner seiner Schriften gelobt hatte. Alles in allem also mehr als ausreichend gute Gründe, diese Aufgabe Sri Chinmoy anzuvertrauen.

Und das Ganze war dann auch ein voller Erfolg! Denn Surendra Mohan Ghosh war überglücklich, als er Sri Chinmoy am Flughafen in der ihn in Empfang nehmenden Limousine sitzen sah. Jedenfalls verbrachten die beiden den ganzen Tag, bis in die späten Abendstunden, bei einem guten Freund Sri Chinmoys.
Am nächsten Tag brachte ihn Sri Chinmoy ins Konsulat. Und so wurde er von nun an mit einem gewissen Respekt behandelt, hatte er doch ein gutes, freundschaftliches Verhältnis zu einer ganz großen indischen Persönlichkeit!
Und auch in späteren Jahren blieb diese Freundschaft bestehen. So schrieb Surendra Mohan Ghosh in einem seiner Briefe an Sri Chinmoy, dass niemand sonst einmal so engagiert für den Weltfrieden arbeiten werde wie dieser. Und, in einem weiteren Brief, dass viele Indische Botschafter an den Vereinten Nationen gearbeitet hätten, der wahre kulturelle Botschafter Indiens jedoch Sri Chinmoy sei.

Surendra Mohan Ghosh war ein sehr enger Schüler Sri Aurobindos. Er hatte das Privileg, mit Sri Aurobindo zu sprechen, als dieser sich bereits in die Abgeschiedenheit seiner Räumlichkeiten zurückgezogen hatte und eigentlich für niemanden mehr zu sprechen war. Surendra Mohan Ghosh war darüber hinaus der engste Freund des berühmten bengalischen Schriftstellers Nolini Kanta Guptas, dem gegenüber er große Hochachtung hatte.

Diplomatische Privilegien

S.K. Roy, der Chef des Konsulats, war sehr großzügig. Er gestattete seinen Angestellten diverse Privilegien, die ansonsten eigentlich ausschließlich den Diplomaten vorbehalten waren. Einer dieser Privilegien war das Verschicken von Briefen in diplomatischen Umschlägen mit indischen Briefmarken. Sri Chinmoy nahm jedoch keines dieser Privilegien für sich in Anspruch. Umso mehr aber seine Verwandten in Indien, um mit ihm schriftlich zu kommunizieren.
Und Sri Chinmoy liebte es, Briefe zu erhalten. Daher ging er an vielen Abenden oder sogar an Wochenenden freiwillig zurück ins Konsulat, in der Hoffnung auf Neuigkeiten aus der Heimat. Und oft hatte er tatsächlich Glück. Danach blieb er immer noch eine Weile, um in ein paar Büchern der Konsulats-Bibliothek zu schmökern oder mit Freunden zu plaudern.
Diese Art der brieflichen Kommunikation blieb für Sri Chinmoy lange Zeit die einzige Verbindung zu seinen innig geliebten Geschwistern, Verwandten und Freunden weit jenseits des großen Ozeans.

Das erste Konzert

Eine kleinere musikalische Darbietung hatte Sri Chinmoy ja bereits im Guggenheim-Museum gegeben. Dies war im Juni 1965. Ein paar Monate später fragte ihn daher einer seiner Kollegen im Konsulat, N.C. Acharya, ob er es nicht einmal in einem etwas größeren Rahmen probieren wolle. Sri Chinmoy willigte ein und es wurde ein passender Raum im Indischen Kulturzentrum in New York gefunden, welcher vom Betreiber der Halle kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde. Das Konzert wurde für den 20. März 1966 anberaumt. Und, tatsächlich, es kamen über Hundert Zuhörer, die von Chinmoys Musikalität und seinem Gesang äußerst angetan waren. Sri Chinmoy selbst sang bei diesem Konzert zehn devotionale Lieder in Sanskrit sowie seiner Muttersprache Bengali und gab zu jeder Darbietung einen kurzen Kommentar ab. Der musikalische Vortrag begann mit einer Anrufung aus den Veden, den ältesten indischen Schriften. Teilweise stammten die Liedtexte von Sri Chinmoy selbst, teilweise vom berühmten indischen Poeten Rabindranath Tagore und anderen. Auch die Melodie eines Liedes, "Jago Amar Swapan Sathe" - "Erwache, Freund meines Traumes", war Sri Chinmoys eigener musikalisch-künstlerischer Feder entsprungen. Darüber hinaus begleitete er sich selbst auf einem kleinem indischen Harmonium.