Sri Chinmoys Geburt

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Shakpura war ein winziges Dorf im Osten der indischen Provinz Bengalen, dem heutigen Bangladesch. Eigentlich bestand es nur aus wenigen Häusern, umrandet von tiefbraunen, sonnendurchtränkten Feldern. Hier auf dem Land lebten einfache und bescheidene Menschen, die meist als Bauern ihren Lebensunterhalt verdienten. Die Großstadt Chittagong, die zweitgrößte Metropole Bengalens, lag nicht sehr weit entfernt. Sie stand im ziemlich genauen Gegensatz zum beschaulichen Dorfleben Shakpuras, war aber auch gleichzeitig der wirtschaftliche und gesellschaftliche Mittelpunkt Ostbengalens.

Damals waren Krankenhäuser recht spärlich gesät. Aus diesem Grund erblickten die meisten Kinder im Elternhaus das Licht der meist sonnigen und faszinierenden indischen Welt. Dies galt auch für die Familie Ghose. Der Vater Shashi Kumar, Eisenbahninspektor einer kleinen Bahnlinie die von Chittagong nach Assam führte, und seine Frau Yogamaya waren angesehene Leute im kleinen Shakpura. Sechs Kinder nannten sie bereits ihr eigen, die auf die Namen Lily, Ahana, Arpita, Hriday, Chitta und Mantu hörten. Aber trotzdem war heute ein ganz besonderer Tag für sie, denn es wurde die Ankunft des siebten Sprösslings erwartet. Und die Zahl Sieben ist in Indien natürlich immer heilig, gibt es im riesigen Subkontinent doch sieben bedeutende Flüsse, sieben große Seher der Vorzeit, sieben Stufen der inneren Erkenntnis und setzt sich nicht sogar der bezaubernde Regenbogen aus sieben schillernden Farben zusammen?

Es war ein schöner Spätsommertag, genauer gesagt der 27. August 1931, als Sri Chinmoy das Licht der Welt erblickte. Obwohl, diesen Namen erhielt er erst eine ganze Weile später. Zuerst einmal wurde der kleine Chinmoy mit dem Kosenamen Madal gerufen, was übersetzt "Kleine Trommel" oder "Kleine Pauke" bedeutet. Ein mystisches Instrument, welches sogar von den Kosmischen Gottheiten gespielt wird.
Seine Großmutter sah den Zeitpunkt von Madals Geburt jedoch als schlechtes Omen an, weil der August, gemäß eines alten Aberglaubens, als Unglücksmonat galt. Und tatsächlich war der zweite Wohnsitz der Familie Ghose in der Großstadt Chittagong just an Chinmoys Geburtstag ein Opfer der Flammen geworden und bis zu seinen Grundfesten niedergebrannt. Dies bedeutete natürlich zusätzliches Wasser auf die Mühlen der abergläubischen Großmutter, die gar den Neugeborenen bereits jetzt für den völligen Niedergang der Familie Ghose verantwortlich machen wollte. Die Mutter Yogamaya aber protestierte gegen diese wilden Spekulationen und erwiderte selbstbewusst: "Unsinn! Ganz im Gegenteil. Madal wird uns mit Sicherheit bekannt und berühmt machen. Er ist dazu bestimmt, im Einklang mit den Göttern und Göttinnen im Himmel zu spielen."

"Von allen Flugzeugen, die in der inneren Welt fliegen, fliegt das Hingabe-Flugzeug am höchsten." - Sri Chinmoy

New York City, 27. August 1931

Großer Jubel brandete auf. Die Menschen waren in Scharen, ja, zu Tausenden herbei geströmt. Und hier war sie nun endlich! Nach vielen Monaten hatte sie New York City erreicht. Von Deutschland nach Afrika war die Reise gegangen. Danach weiter Richtung Buenos Aires und in die Karibik. Doch jetzt war sie sicher an der amerikanischen Ostküste, genauer gesagt in der Weltmetropole New York City gelandet. Eine von Menschengeist erdachte wahre Herrscherin der Lüfte: die Flugbootmaschine Dornier Do X, mit weitem Abstand das größte Flugzeug der Welt, gebaut vom Allgäuer Konstrukteur Claude Dornier.
War es nun höhere Absicht oder nur bloßer Zufall? Das kleine Shakpura lag Tausende von Kilometern entfernt, am anderen Ende der Erde. Und doch war dort heute ein Mann geboren worden, der die Metropole New York einmal als seine Wahlheimat annehmen würde. Ein Mann, der wie das Flugboot Dornier Do X die Welt umkreisen und viele Passagiere mit auf die spirituelle Reise nehmen würde.

Doch bis dahin sollten noch etliche Jahre ins Land ziehen. Zuerst einmal gab es für den heute Geborenen viel zu entdecken. Denn obwohl Shakpura recht klein war, barg es doch viele Geheimnisse, Mysterien und Rätsel in sich, die gelöst und entschlüsselt werden wollten. Wie zum Beispiel die wilde Umgebung des Dorfes, sowie den merkwürdigen Umstand, dass manchmal die Hände eine Art von Eigenleben führen... . Doch davon wird später noch die Rede sein. Erst einmal führt uns die Reise ins 1000 Meilen südlich gelegene Pondicherry. Genauer gesagt in das spirituelle Kloster oder den Ashram eines ganz bedeutenden spirituellen Meisters.