In Indien

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Sri Chinmoys Geburt

Shakpura war ein winziges Dorf im Osten der indischen Provinz Bengalen, dem heutigen Bangladesch. Eigentlich bestand es nur aus wenigen Häusern, umrandet von tiefbraunen, sonnendurchtränkten Feldern. Hier auf dem Land lebten einfache und bescheidene Menschen, die meist als Bauern ihren Lebensunterhalt verdienten. Die Großstadt Chittagong, die zweitgrößte Metropole Bengalens, lag nicht sehr weit entfernt. Sie stand im ziemlich genauen Gegensatz zum beschaulichen Dorfleben Shakpuras, war aber auch gleichzeitig der wirtschaftliche und gesellschaftliche Mittelpunkt Ostbengalens.

Die Zukunft hat begonnen

Es waren schwierige Zeiten. Die Weltwirtschaftskrise hatte ihre tiefen Spuren in den Gesichtern der Menschen hinterlassen. Ein dunkler Stern ging langsam aber stetig am weiten Firmament auf, der seinen Ursprung im Herzen Europas, im Deutschland der frühen 30-er Jahre des 20. Jahrhunderts hatte. Doch vielleicht wusste unsere Familie Ghose nichts von alledem. Zumindest hatte sie ihre eigenen Sorgen.

Der Traum von Chinmoys Bruders Chitta

Madal entwickelte über die Jahre ein sehr, sehr enges Verhältnis zu seinem Bruder Chitta. Zudem übernahm Chitta mit der Zeit Aufgaben des Vaters, da er nach dem nun im Ashram weilenden Hriday das älteste Familienmitglied war. Er wurde sozusagen dessen rechte Hand und fungierte gleichzeitig als Ansprechpartner für seine jüngeren Geschwister. Chitta war eine sehr hoch und weit entwickelte spirituelle Persönlichkeit. "In seiner zurückliegenden Inkarnation war er ein unmittelbarer Schüler Sri Ramakrishnas gewesen", so sagte sein jüngerer Bruder Sri Chinmoy später einmal.

Der unermessliche Wissensdurst des kleinen Chinmoy

Mittlerweile war unser Madal vier Jahre alt geworden. Und seine Neugierde kannte keine Grenzen. Er wollte immer alles wissen. Fragen über Fragen stellte er jedem, der ihm über den Weg lief. Seine Mutter pflegte deshalb stets zu sagen: "Wenn du älter wirst, wirst du alles wissen und alle Antworten kennen." Und auch Madals Vater musste sich stets mit den neugierigen Fragen seines kleines Sohnes auseinandersetzen. Wie zum Beispiel die Suche nach den Namen aller Vorfahren der Familie Ghose, angefangen mit dem Großvater über den Ur-Großvater bis hin zum Ur-Ur-Großvater.

Wie Madal zu seinem Namen Chinmoy kam

Berlin 1936: Die Olympischen Spiele waren in aller Munde. Gebannt lauschten die Menschen aller Herren Länder der Legende vom schwarzen Wunderathleten, der die braunen Machthaber mit ihrer diskriminierenden Rassenideologie düpierte. Wie? Indem er vor ihren Augen einen Weltrekord nach dem anderen aufstellte. Sein Name: Jesse Owens. Und auch im Sri Aurobindo Ashram, im fernen Pondicherry, waren diese Neuigkeiten wohl sicherlich zum wichtigen Tagesgespräch geworden. Schließlich wurde dem Sport und vor allem der Leichtathletik in diesem modernen östlichen Kloster eine ganz besondere Bedeutung beigemessen.

Rad oder nicht Rad - das ist hier die Frage

Madal war mittlerweile sechs Jahre alt und er wünschte sich nichts sehnlicher als ein eigenes Fahrrad. Ein richtiges Fahrrad! Denn mit einem Dreirad, so seine stolze Meinung, konnte ein Junge sein Alters nun wirklich nichts mehr anfangen! Und schließlich war ja auch sein Bruder Mantu bereits stolzer Besitzer eines solchen zweirädrigen Wundergefährtes. Doch Madals Eltern lehnten solche Gedankenspielereien strikt ab. "Zu gefährlich", meinten sie nur kurz und knapp.

Entdeckte Talente

Es war die fürsorgliche Schwester Ahana, welche die poetische und musikalische Ader in ihrem jüngsten Bruder entdeckte. Dazu Sri Chinmoy: "Meine erste Singlehrerin war meine Schwester Ahana. Sie begann damit als ich vier oder fünf Jahre alt war. Sie lehrte mich viele bengalische Lieder und inspirierte mich in meinem Gesang." So kam es zu folgender amüsanten Begebenheit:

Im Auge des Löwen

Mittlerweile war Chinmoy zehn Jahre alt. Die folgende Geschichte ereignete sich in dem kleinen Dorf von Kelishahar, wo ein Onkel Chinmoys lebte. Chinmoy liebte es sehr, sich in den Wäldern herumzutreiben, die nahe des kleinen Dorfes Kelishahar verliefen. Als er eines Tages um die Nachmittagszeit diese Wälder durchstreifte, schlug er sich mutig einen Weg durchs dichte Geäst, der ihn tiefer und immer tiefer hinein in dieses Meer von Bäumen führte. Die schöne Umgebung war eingewoben in eine Gebirgslandschaft, welche recht schwer zugänglich war.

Schwere Zeit für Chinmoy

Nach dem Tod des Vaters brach eine schwere Zeit für Chinmoy und seine Geschwister an. Und dies lag nicht allein in der Tatsache begründet, dass der geliebte Vater nun nicht mehr mit ihnen war, sondern hatte seine Ursachen auch in der indischen Trauerkultur. Denn damals herrschte der Glaube vor, dass der Tod eines engen Verwandten wie Vater oder Mutter unrein mache und daher von den Hinterbliebenen Askese ausgeübt werden müsse. Askese, die einen vollen Monat andauerte.

Traumvisionen

Chinmoy war erst 12 Jahre alt und hatte doch bereits beide Elternteile verloren. Nun galt er als Vollwaise. Wie sollte es jetzt weitergehen? Aber manchmal gibt es so etwas wie eine Vorbestimmung, eine notwendige Fügung des Schicksals. Vielleicht wird dies an folgendem Beispiel deutlich:

Im Sri Aurobindo Ashram

Chinmoy war nun im Sri Aurobindo Ashram in Pondicherry angekommen. Eine aufregende und faszinierende Kindheit lag hinter ihm. Eine Kindheit, wie sie vielleicht nur wenigen Menschen zuteil wird. So vieles hatte er mit seinen Eltern und Geschwistern erlebt. So viele Erfahrungen hatte er gemacht. Und, nicht zuletzt, eine Reihe von lebensbedrohenden Gefahren wie Krankheiten, Unfälle und Begegnungen mit wilden Tieren heil überstanden. Doch nun begann etwas vollkommen Neues im Leben des zwölfjährigen Chinmoy.

Chinmoy blättert im Buch des Lebens

Chinmoy hatte von Sri Aurobindo ein Buch mit dem Titel "Geschichten aus der Gefangenschaft" erhalten, in das sein Name "Chinmoy" vom Meister der Meditation handschriftlich geschrieben worden war. Es erübrigt sich zu sagen, dass ihn dieses unerwartete Geschenk sehr stolz und glücklich machte. Jetzt konnte Chinmoy sich doppelt bestärkt auf die innere Suche machen, die ihn in die Weiten seiner eigenen Existenz führen sollte.

Chinmoys Talente

Chinmoys erste Berührung mit einem der Großen des Ashrams

Obwohl Chinmoy erst 14 Jahre alt war, reifte er langsam zu einem großen Poeten heran. "Poesie", bemerkte er einmal später, "hatte in meiner Familie eine große Tradition." Denn auch sein Vater und seine Geschwister, vor allem Chinmoys ältester Bruder Hriday, hatten in ihrem Leben viele Gedichte geschrieben, die sich grundsätzlich mit den Fragen nach den letzten Dingen des Lebens auseinandersetzten. Aber auch im Ashram gab es viele Poeten. Der berühmteste und bedeutendste davon war sicherlich Dilip Kumar Roy, der zusammen mit Sri Aurobindo, der Mutter Mira Alfassa und dem Ashram-Sektretär Nolini Kanta Gupta die bekannteste Persönlichkeit der spirituellen Gemeinschaft war.

Ravi Shankar und Indiens Unabhängigkeit

Chinmoys erste Begegnung mit Ravi Shankar

Ravi Shankar ist eine Musiklegende und bedarf keiner Einführung. Wer könnte jemals sein berühmtes Zusammentreffen mit George Harrison vergessen, dessen musikalischer Lehrer er Ende der 60er und zu Beginn der 70er Jahre wurde? Unvergesslich ist auch sein Spiel mit dem begnadeten Yehudi Menuhin, die zusammen ein Stück Musikgeschichte schrieben.
Ravi Shankar war ungefähr elf Jahre älter als Sri Chinmoy. Jedoch schon 1948, bei seinem Besuch im Sri Aurobindo Ashram auf Einladung Dilip Kumar Roys, war er ein gefeierter Musiker.

Sri Aurobindos Tod

Vielfältige Aufgaben im Ashram

Das Leben im Ashram gestaltete sich für den jungen Chinmoy sehr abwechslungsreich. Angefangen von seiner immens großen spirituellen Disziplin, die jeden Morgen um sieben Minuten nach zwei begann und viele Stunden andauerte, über sein gewissenhaftes Studium in der Ashram-Bibliothek, bis hin zu diversen sportlichen Betätigungen reichte die vielfältige tagtägliche Palette.

Ashramleben

Das jährliche Sportfest des Sri Aurobindo Ashrams

Chinmoy war bereits zu einer festen Größe im Sportleben des Ashrams heran gereift. Denn er war nicht nur ein überragender Sprinter, sondern vollbrachte auch in anderen leichtathletischen Disziplinen teilweise überragende Leistungen. Dazu zählten unter anderem die Sprungwettbewerbe und das Speerwerfen. Jedoch war der 100-Meter-Sprint seine absolute Paradedisziplin.

Privatsekretär und Leichtathlet

Chinmoy wird Nolini Kanta Guptas Privatsekretär

Einen Tag nach seinem Geburtstag am 13. Januar 1957 machte Nolini Kanta Gupta den jungen und aufstrebenden Chinmoy zu seinem Privatsekretär. Dies war ein großer Schritt in dessen Leben. Denn hatte Chinmoy bis dahin die verschiedenartigsten Aufgaben übernommen, galt nun seine ganze Aufmerksamkeit dem vielfältigen schriftstellerischen Talent des Ashram-Sekretärs Nolini Kanta Gupta.

Spezialerlaubnis

Erlaubnis in Sri Aurobindos Raum zu meditieren

Romen Palit, Chinmoys Privatlehrer bezüglich englischer Literatur, kam eines Tages, im Mai 1958, auf seinen Schützling zu und sagte: "Ich habe die besondere Erlaubnis für dich von der Mutter, mit uns zusammen einmal im Monat in Sri Aurobindos Raum zu meditieren. Drei meiner Freunde und ich haben dies die zurückliegenden drei Monate getan. Bitte begleite uns von nun an dabei." Zuerst zögerte Chinmoy bei diesem ungewöhnlichen Angebot ein wenig, nahm aber dann doch das Angebot für den kommenden Tag an.

Prophezeiung

Chinmoys Arbeit als Sekretär des Ashram-Leiters Nolini Kanta Gupta war sehr abwechslungsreich. Über die Jahre hinweg übersetzte er unzählige Artikel, Essays und Geschichten des bedeutenden Literaten vom Bengalischen ins Englische. Er war zu einem großen Kenner und Vertrauten des Werkes Nolini Kanta Guptas geworden. Auch erledigte Chinmoy viele Botengänge und wurde dadurch mit vielen Menschen im Sri Aurobindo Ashram bekannt.

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